Kerstin Jung

Die Wegbegleiterin für Tiere und ihre Menschen

Wer einmal aus dem Blechnapf frisst...

Der Napf-Check: Welches Material ist langfristig wirklich gesund für die Futter- und Trinknäpfe dein Haustier?

Das was ich dir hier über Hunde schreibe, trifft natürlich auf alle unsere Tiere zu (Katzen ebenso wie Vögel und andere Tierfreunde).

Jeder Hundebesitzer kennt das Ritual: Kaum klappert der Napf, steht der treue Begleiter schwanzwedelnd bereit. Doch während wir uns oft intensiv mit der Qualität des Futters beschäftigen, ignorieren wir häufig das Gefäß, in dem es serviert wird. Dabei kann das Material des Napfes direkten Einfluss auf die Gesundheit deines Hundes haben.

In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie sich gängige Materialien wie Kunststoff und Metall über die Zeit verändern und warum Keramik oft die Nase vorn hat.

Der Blick unter die Lupe: Was passiert mit Metall und Plastik?
Viele greifen aus Gewohnheit zu Edelstahl oder Kunststoff, da diese leicht, günstig und vermeintlich robust sind. Und auch, weil sie in den schönsten Formen und Farben angeboten werden. Doch bei täglichem Gebrauch und Reinigung zeigen diese Materialien Schwächen, die man auf den ersten Blick oft gar nicht sieht.

1. Kunststoff: Die Falle der Mikro-Kratzer
Plastiknäpfe sind zwar bruchsicher, aber leider auch sehr weich. Mit der Zeit entstehen durch Kauen oder auch nur durch das Reinigen mit Schwämmen winzige Kratzer. Das Problem: In diesen Rissen setzen sich Futterreste und Speichel fest, die einen idealen Nährboden für Bakterien bilden. 
Stoffliche Veränderung: Billiger Kunststoff kann zudem Weichmacher (wie BPA) enthalten, die mit der Zeit in das Futter oder Wasser abgegeben werden können. Zudem nehmen Plastiknäpfe oft Gerüche an, die für die empfindliche Hundenase unangenehm sind.

2. Metall: Oxidation und Kratzempfindlichkeit
Edelstahlnäpfe gelten als hygienisch, doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn es gibt eine grosse Menger verschiedener Edelstähle unterschiedlicher Gütegrade.
Abnutzung: Minderwertiges Metall kann mit der Zeit oxidieren oder eine metallische Note an das Wasser abgeben. Selbst hochreiner Edelstahl, wie er zum Beispiel für Besteck oder in Industrieanlagen verwendet wird. verändert sich mit der Zeit. Ich habe im Zuge des Nachkaufes von Esslöffeln mal die ursprünglich gekauften (mehr als 10 Jahre im Einsatz befindlichen) mit einem neuen Löffel verglichen. Auf dem Foto kann man schön sehen, wie glatt und glänzend die Oberfläche des neuen Löffels ist und wie feine Kratzer die Oberfläche der in Gebrauch befindlichen Löffel überziehen. 
Kettenreaktion: Ähnlich wie bei Plastik können auch in Metallnäpfen durch aggressive Reinigung Kratzer entstehen. Wenn die Schutzschicht beschädigt wird, können geringe Mengen an Nickel oder Chrom freigesetzt werden, was bei allergischen Hunden zu Hautreizungen (der sogenannten „Napf-Akne“) führen kann.

Warum Keramik die beste Wahl ist

Wenn es um Hygiene, Langlebigkeit und die Gesundheit deines Hundes geht, ist hochwertige Keramik meist die überlegene Option. Hier sind die Gründe:
– Porenfreie Oberfläche: Eine hochwertige Glasur versiegelt die Keramik komplett. Es gibt keine Poren oder Risse, in denen sich Bakterien verstecken könnten.
– Geschmacksneutralität: Keramik gibt keine Stoffe an das Wasser oder Futter ab. Der natürliche Geschmack bleibt erhalten, was besonders bei wählerischen Hunden oder für die Wasseraufnahme wichtig ist.
– Standfestigkeit und Gewicht: Keramiknäpfe sind schwerer und rutschen beim Fressen nicht so leicht weg. Das reduziert Stress für den Hund und verhindert das „Wandern“ des Napfes durch die Küche.
– Leichte Reinigung: Keramik lässt sich problemlos bei hohen Temperaturen in der Spülmaschine reinigen, ohne dass die Oberfläche angegriffen wird oder Schadstoffe austreten.

Zusammenfassung: Das richtige Material und eine gute Qualität zahlen sich langfristig aus
Die Wahl des richtigen Napfes ist mehr als nur eine Designfrage. Im Vergleich zu Plastik und Metall bietet Keramik eine sichere, hygienische und langlebige Alternative.

Man sollte auch beim Kauf von Keramiknäpfen jedoch darauf achten, dass die Glasur lebensmittelecht und bleifrei ist. So stellst du sicher, dass dein Hund seine Mahlzeiten nicht nur genießt, sondern dabei auch rundum gesund bleibt.

Wie wir gesehen haben, sieht ein guter Keramiknapf nicht nur schick aus, sondern ist vor allem hygienisch und sicher für dein Tier. Da Keramik aber nicht gleich Keramik ist, soll diese kleine Checkliste beim nächsten Napf-Kauf helfen:

Die Keramik-Checkliste für den Napfkauf
– Lebensmittelechte Glasur: Das ist der wichtigste Punkt. Achte auf den Hinweis „lebensmittelecht“ oder das Glas-Gabel-Symbol. Minderwertige Glasuren können Schwermetalle wie Blei oder Cadmium enthalten, die in das Futter übergehen können.
– Glatte Oberfläche: Die Glasur sollte überall (auch am Boden innen) glatt und glänzend sein. Poröse Stellen oder Haarrisse sind wahre Magneten für Bakterien und lassen sich kaum reinigen.
– Hohes Eigengewicht: Ein massiver Napf rutscht beim Fressen nicht so leicht durch die Gegend. Das schont die Nerven deines Tieres (und deine Ohren).
– Spülmaschinenfestigkeit: Um Keime wirklich abzutöten, sollte der Napf regelmäßig bei hohen Temperaturen in die Maschine. Prüfe vorab, ob er das aushält.
– Abgerundete Kanten: Achte darauf, dass der Rand nicht scharfkantig ist und es keine tiefen, spitzen Winkel im Inneren gibt, in denen Futterreste vergammeln könnten.
– Form & Größe: Katzen bevorzugen oft flache, breite Schalen, damit ihre empfindlichen Schnurrhaare nicht an den Rand stoßen. Für Hunde sollte die Größe des Napfes zur Schnauzenform passen (tiefer für lange Nasen, flacher für kurznasige Rassen).

Profi-Tipp: Der „Klopf-Test“
Wenn du im Laden bist, klopf vorsichtig mit dem Fingerknöchel gegen den Napf. Ein heller, klarer Klang deutet auf eine gute, dichte Brennqualität hin. Ein dumpfer, hohler Klang kann auf kleine Risse im Inneren (Lunker) hinweisen, die den Napf instabil machen.

Wichtig: Sobald ein Keramiknapf eine Macke oder einen Sprung hat, solltest du ihn austauschen. In den Rissen siedeln sich Bakterien an, die zu Kinn-Akne (besonders bei Katzen) führen können.

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