Kerstin Jung

Die Wegbegleiterin für Tiere und ihre Menschen

Schutz vor Zecken oder Kampf den Zecken?

Wir schauen auf eine frischgrüne Wiese am Waldrand.

Irgendwo hier lauern sie ab dem schönen Frühjahr, wenn alles grüner wird, wenn es uns alle, und noch mehr mit unseren Tieren und für unsere Tiere ins Grüne hinaus zieht, die Zecken.

Zecken sind weltweit verbreitet. In Europa finden wir mindestens 20 verschiedene Arten, die sich auch immer weiter verbreiten. In milden Wintern sind Zecken ganzjährig aktiv. Hitze / Austrocknen und starke Kälte dezimieren die Zeckenpopulation. 

Das Problematische an Zecken ist nicht unbedingt ihr Biss, oder richtiger Stich, sondern die Tatsache, dass sie sehr häufig verschiedenste Krankheitserreger von enthalten, die sie durch den Kontakt dann auch an das Wirtstier weitergeben. Wenn die Zecke „angedockt“ hat, fängt sie an zu saugen und würgt in regelmäßigen Abständen  unverdauliche Nahrungsreste in ihren Wirt zurück. So werden die Krankheitserreger übertragen. Diese Erreger werden aber meist nicht direkt, sondern erst nach einiger Zeit abgegeben. Bei Borreliose zum Beispiel kommt es in den ersten 12 Stunden nach einem Zeckenstich nur selten zu einer Infektion, nach 72 Stunden hat die Zecke den Erreger mit hoher Wahrscheinlichkeit übertragen.

Daher ist neben dem Schutz vor Zeckenbissen bzw. dem Unattraktivmachen auf jeden Fall auch das Absuchen und Entfernen von vorhandenen Zecken eine wichtige, wenn auch je nach Haarkleid unseres Lieblings sehr mühsame, Beschäftigung.

Wie kann ich nun mein Tier bestmöglich vor Zecken schützen?

Es gibt zum einen verschiedene chemisch-synthetische Präparaten (die ihr beim Tierarzt eures Vertrauens mit einer Beratung zu den Vorteilen und Risiken erhalten könnt), zum anderen verschiedene natürlichere Produkte und wie immer bei solch herausfordernden Themen auch jede Menge guter und vielleicht doch nicht so guter Ratschläge. Ich habe euch ein paar Dinge zusammengestellt und wünsche viel Spass beim Lesen. Wenn es noch andere bessere Favoriten gibt, schreibt mir sehr gerne.

Welche Alternativen zur chemisch-synthetischen Keule (Pestizid) gegen Zecken gibt es?
 
Zuerst ein paar Frage, die man sich sehr ehrlich beantworten sollte:
1.) Ich möchte, dass mein Tier absolut zeckenfrei durch den Sommer kommt.
2.) Ich möchte, dass ein entsprechender Zeckenschutz zu 100% wirkt
3.) Ich möchte, dass ein Zeckenschutz in der Anwendung absolut unkompliziert ist. Ich bevorzuge eine sehr einfache Verabreichung wie ein Spot On oder eine Tablette.
4.) Ich möchte mich nicht allzu oft darum kümmern und bevorzuge Methoden, die in großen Abständen angewendet werden können.
5.) Ich mag nicht, wenn der Zeckenschutz einen starken Eigengeruch hat
6.) Es ist mir egal, welche Wirkstoffe zum Schutz gegen Zecken angewendet werden
 
Wenn mindestens eine der Fragen mit JA beantwortet wurde, sind die folgenden Informationen nicht hilfreich für euren aktuellen Fall und am besten hilft der Tierarzt des Vertrauens dann weiter 😊
 
Wenn euer Tier zwar vor Zecken geschützt werden soll, dabei aber auch seine Gesundheit und die der Natur und ihrer Bewohner und die Gesundheit der Menschen beachtet werden soll, dann geht es hier weiter:
Die Anwendung von Pestiziden am Tier sollte vermieden werden. Wer mehr lesen möchte, wird schnell im Internet fündig mit Stichworten (z.B. mal Permethrin und Parkinson googlen, oder Bravecto©️ und Epilepsie). Ebenso haben einige sehr gute Hersteller von pflanzlichen Zeckenschutzmitteln sehr gute Texte und Informationen zum Thema Parasitenschutz herausgegeben. Hervorzuheben sei hier die Firma Pernaturam und kritische Tierärzte, genannt seien hier zum Beispiel Frau Dr. Ziegler und der Tierarzt Schrader. Das Ziel dieser Menschen – und auch meines – ist es, übertriebene Ängste und manipulierte Panikmache zu bekämpfen, sowie aufzuklären und Informationen zur Verfügung zu stellen, damit der Tierbesitzer selbst eigene Entscheidungen treffen kann.
 
 
Präparate und Mittel, die ich anwende und empfehle, sind im Folgenden aufgelistet:
 
Amigard©️ Spot On: eine kleine Schweizer Firma stellt Produkte her auf Basis der Wirkstoffe aus dem Neembaum und der Kokosnuss. Beides sind anerkannte und geprüfte Insektizide. Azadirachtin aus dem Neembaum und die Decansäuren der Kokosnuss sind keine Hirngespinste, sondern klar definierte Wirkstoffgruppen die bewiesen in ihrer Wirksamkeit sind. Die Schwierigkeit sind die Verabreichungsform und die Verteilung auf dem Körper, so dass auch überall Wirkstoff ist, wenn eine Zecke anbeißt. Hinzu kommt, dass viele der natürlichen Repellentien (Abstoßmittel) und Insektizide (Insekten-Töter) sich sehr gut in der Umwelt abbauen lassen, d.h. man muss sie häufiger anwenden und ggfls. höher dosieren als angegeben. Je einen Tropfen sollte man unter den Ohren, unter den Achseln, in den Kniekehlen, in den Leisten. Und evtl. noch an häufig „besuchten“ Stellen am Rest des Körpers. Amigard©️ wirkt meistens so, dass der damit behandelte Hund hinterher deutlich weniger Zecken hat. Ganz selten habe ich erlebt, dass Hunde nach der Anwendung erst recht Zecken bekamen. Wahrscheinlich entsteht hier in der Kombination mit den enthaltenen ätherischen Ölen und dem Körpergeruch des Hundes ein besonders anziehender Cocktail. Ansonsten lohnt sich der Versuch dieser Amigard©️ Spot Ons auf jeden Fall.
 
Fly Block©️ Spray oder Schaum: Ein ganz besonders gutes Mittel, welches eine Kombination aus verschiedenen ätherischen Ölen, Vitamin B und anderen insektizid wirksamen Stoffen enthält. Toll ist, dass Fly Block nicht vor jedem Spaziergang angewendet werden muss. Es reicht aus, es alle drei bis sieben Tage auf dem Hundefell aufzubringen. Auch hier ist wichtig, dass alle Stellen des Hundes damit bestrichen oder besprüht werden. Fly Block©️ wirkt im Übrigen auch abwehrend gegen die Sandmücken, die vor allem in südlichen Ländern unangenehme Krankheiten übertragen können.
 
Man kann auch Amigard©️ Spot On und Fly Block kombinieren, je nach Anzahl der Zecken in der Umwelt und Anfälligkeit des Tieres.
 
Aniforte©️ Zeckenschild: Kapseln, die täglich ins Futter gegeben werden. Sie enthalten eine intensive Kombination aus B-Vitaminen. Der Hund riecht dann für Zecken und Mücken deutlich weniger attraktiv. Aniforte©️ Zeckenschild kann man im Frühling in doppelter Dosis geben. 
 
Langhaarige Hunde, die wahrliche Zeckenmagnete sind, können auch alle drei Produkte bekommen. Alle zwei Wochen Amigard©️ Spot On, alle drei bis sieben Tage Fly Block©️ (wobei das auch täglich angewendet werden darf) und zusätzlich Aniforte©️ Zeckenschild innerlich.
 
Aniforte©️ Zeckenspray: dieses Spray muss es unmittelbar vor dem Spaziergang aufgetragen werden und der Hund verströmt über Stunden einen Duft wie ein frisch angelutschtes Zitronenbonon, aber das Zeug wirkt meisterhaft! 
 
Eine bekannte Option ist auch Kokosöl, welches man auch mit passenden ätherischen Ölen (Geraniol, Citronella und Nelke) und Vitamin B versetzen kann. Kokosöl muss, um zu wirken, stark nach Kokos duften. Kokosöl, welches in der Küche angewendet wird, hat keinen Wert gegen Zecken (meist wurden die Duftstoffe hier entfernt – desodoriert). Dann hat man ein ausgezeichnetes Repellent, welches allerdings nur wenige Stunden wirkt und vor jedem Spaziergang aufgebracht werden muss.
 
Wie man bei der Suche im Internet und in Foren leicht merkt, ist die Liste der Firmen und Produkte lang. Am besten liest man sich die Inhaltsstoffe durch und wenn man sie nicht kennt, diese am besten googeln wie bedenklich oder unbedenklich diese sind.
 
Nicht wenige Hundebesitzer schwören auf die Gabe von Ledum C200. Bernsteinketten, Tick Clip und EM Ketten können, je nach Fellbeschaffenheit, Wunder wirken. Alles, was nicht schadet, ist es Wert, dass man es versucht. Mittel die das Immunsystem Ihres Hundes positiv beeinflussen, wie Cystrose, Knoblauch oder Moringa, scheinen sich auch positiv auf die Abwehr gegen Zecken auszuwirken.
Auch in der Phytotherapie können wir fündig werden. Artemisia annua innerlich verabreicht ist nicht nur ein Heilmittel gegen so mancherlei Blutparasit, es kann auch prophylaktisch angewendet werden. Bei Auslandsreisen und auch bei uns.
Sollte Ihr Hund weiterhin alle Zecken magisch anziehen, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt oder Tierheilpraktiker auch einmal überdenken, woran das liegen könnte. In so einem Fall macht es Sinn, sein Immunsystem zu stärken (z.B. innerlich Artemisia annua oder auch Kardenwurzel verabreichen) bzw. auf den Stoffwechsel zu schauen und herauszufinden, wo es „hängt“.
Ebenso hat der Ayurveda Antworten auf Parasiten und Stärkung des Immunsystems: Hier würden wir entweder individuell in einem Termin schauen (schreiben Sie mir gerne eine Email an kerstin.jung@beratungtiergesundheit.de ) oder Sie testen mal das Anti-Parasiten-Kissen aus.
– Leinenkissen mit Knoblauchpulver, Wermutpulver, Neemblättern und Gewürznelken füllen (je eine kleine Handvoll und gut Verschütteln für die Verteilung)
– Zum Schlafplatz oder an einen häufigen Aufenthaltsort legen
– Idee: Parasiten mögen diese Gerüche nicht und das Tier nimmt diesen Geruch mit der Zeit an 

 

 

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